Volkswirtschaft, Finanzen und der US Dollar

Volkswirtschaft, Finanzen und der US Dollar

Anknüpfend an zwei ruhige Handelstage, steht heute wieder ein dichter Nachrichtentag in Bezug auf die großen Volkswirtschaften bevor. Von 08:45 bis 11:00 Uhr sollten Händler wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone gut im Auge behalten. Im weiteren Tagesverlauf werden um 16:30 Uhr die US-Rohöllagerbestände der Woche ausgegeben.

Dieser Indikator nimmt in der Regel großen Einfluss auf den Rohöl-Kurs. Anleger sollten sich hinsichtlich ihrer Positionen am Resultat orientieren. Zu guter Letzt gibt die US-Notenbank um 20:15 Uhr das Sitzungsergebnis des Fed-Funds-Zielsatz für September im Rahmen des Offenmarktausschuss-Treffens (FOMC) bekannt.
Das verheißt hochgradige Marktvolatilität, die Händlern so einige Gelegenheiten bieten sollte, ihre Gewinne zu erweitern.

US-Dollar fällt vor Fed-Sitzung

Der US-Dollar nahm gestern wieder leichte Abwärtstendenzen auf, nachdem Anleger weltweit sich erneut risikofreudig zeigten und somit die Nachfrage nach einem „sicheren“ US-Dollar herunterschraubten. Dementsprechend eröffneten Händler ihre Positionen am ersten Sitzungstag des US-Offenmarktausschusses.
Darüber hinaus schwächelte die US-amerikanische Währung aufgrund von aufkommenden Spekulationen über den morgen beginnenden G20-Gipfel.

Was kann man vom US Dollar erwarten?
Was kann man vom US Dollar erwarten?

Einige Anleger gehen davon aus, dass die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer eine Zurückführung der globalen Handelsungleichgewichte durchsetzen werden, was den Gegenwährungen des Dollars weiteren Auftrieb verleihen könnte. Am gestrigen Handelstag wurde der Dollar bei $1,4794 pro EUR von zuvor $1,4790 gehandelt.

Im Tagesverlauf erreichte die US-Währung ein Tief um $1,4842 und markierte damit einen neuen Tiefstand seit dem 22. September 2008.

Der stark unter Druck geratene Dollar zog noch am Montag angesichts der schwachen Aktienmärkte etwas an. Händler zeigten leichte Risikoaversion im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Ergebnisse des heutigen Offenmarktausschuss-Treffens sowie des G20-Gipfels am Wochenende. Die Wiederaufnahme der Risikobereitschaft am Dienstag, reflektiere jedoch die bestehenden Zweifel am Markt, dass keines der beiden Ereignisse bedeutende Veränderungen hervorrufen könnten, so Experten.

Insgesamt bleibt die Marktstimmung in Bezug auf den USD bärisch. Analysten gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihre übermäßig lockere Währungspolitik noch weit bis ins kommende Jahr hinein fortsetzen wird.
Ferner wird die Konferenz der G20 mit ihrem Vorsatz, das Gleichgewicht der globalen Wirtschaft wieder herzustellen, dem US-Dollar voraussichtlich zusätzliche Abwärtstendenzen bescheren. Die US-Notenbank wird ihren Fed-Funds-Zielsatz höchstwahrscheinlich unverändert belassen. Die Marktteilnehmer warten jedoch auf weitere Anhaltspunkte zum Fed-Programm „Ankauf von US-Staatsanleihen“. Jeglicher Beweis einer Fortsetzung des Kurses der quantitativen Lockerung über dieses Jahr hinaus, könnte den US-Dollar auf ein neues Rekordtief bringen.

EUR erreicht in diesem Jahr erstmals $1,48

Der EUR kletterte am Mittwochmorgen bis auf ein neues Jahreshoch gegenüber dem fallenden US-Dollar. Anleger nutzten den USD-Kursanstieg vom Vortag zu ihrem Vorteil und verkauften Dollar-Positionen vor dem für heute beginnenden Treffens des US-Offenmarktausschusses. Dabei verzeichnete die europäische Währung Kursgewinne, da die Hoffnung auf eine nachhaltige globale Wirtschaftserholung Investoren dazu veranlasste, ihre Anlagen vom „sicheren“ US-Dollar auf gewinnträchtigere Währungen zu verlagern.
Im späten Handel legte der EUR um 0,8% zu und notierte bei $1,4796. Analysten führen die Gewinne auf die Kursaufschläge am asiatischen Aktienmarkt zurück, die die Gemeinschaftswährung zum ersten Mal seit September 2008 bis über die Marke von $1,48 drückten. Bundesbankpräsident Axel Weber erklärte am Dienstag, dass diese Entwicklung am Währungmarkt angesichts der „starken Daten aus der Eurozone im Vergleich zu anderen Regionen“ nicht überraschend sei.
Händler rechnen mit einem nächsten Richtpreis für EUR/USD bei $1,4870. Viele prognostizieren sogar eine mögliche Bewegung zurück bis zum $1,50-Niveau.
Auch das Britische Pfund machte zum ersten Mal in 4 Tagen Boden zum US-Dollar gut, nachdem die globalen Aktienmärkte auf Hinweis einer zunehmenden globalen Konjunkturerholung anzogen. Dabei stieg das Pfund Sterling um 1% auf $1,6376 in die Höhe. Zum EUR legte der GBP um 0,2% auf 90,33 Pence zu und beendete somit einen 6-tägigen Abwärtstrend gegenüber der Gemeinschaftswährung.

Mittlerweile hatte Englands Währung zum EUR ihr niedrigstes Level in über 5 Monaten erreicht, seitdem die Goldman Sachs Group Inc. empfohlen hatte, die europäische Gemeinschaftswährung zugunsten des Sterlings zu verkaufen.

Yen steigt während USD unter Druck bleibt

Der japanische Yen erweiterte seine Kursgewinne zum US-Dollar am Mittwochmorgen, nachdem Investoren der US-Währung im Vorfeld der Fed-Sitzung sowie des bevorstehenden G20-Gipfeltreffens den Rücken kehrten. Damit verzeichnete Japans Währung zum 2. Tag in Folge Gewinne gegenüber dem US-Dollar, während die Marktteilnehmer darüber spekulieren, welche politischen Maßnahmen die Staats- und Regierungschefs ergreifen werden, um das globale Wirtschaftswachstum wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der JPY kletterte auf 90,82 Yen pro USD, von zuvor 91,10 sowie auf 134,40 Yen pro EUR von 134,76.

Experten erwarten weitere Aufwärtstendenzen für die japanische Währung, noch bevor der zukünftige Finanzminister Hirohisa Fujii in diesem Monat sein Amt übernimmt. In der vergangenen Woche erklärte Fujii , dass ein starker Yen, die Kaufkraft der japanischen Wirtschaft erhöhen könnte. Fujii nahm von dieser Äußerung jedoch nachträglich Abstand.
Dennoch bleibt die Erwartung, dass die Demokratische Partei, die im vergangenen Monat mit ihrem Wahlsieg triumphierte, versuchen werde, die Abhängigkeit Japans vom Export zu mindern und den Yen zu stärken.

Kursanstieg für Rohöl – sinkende Lagerbestände der Woche erwartet

Am Dienstag stieg der Ölpreis bis über $72 pro Barrel. Der starke USD-Abwärtsdruck sowie ein vermuteter weiterer Rückgang der US-Rohöllagerbestände trieben die Marktstimmung an. Analysten erwarten auch in dieser Woche rückläufige Rohöl-Daten, während die Einfuhren wiederum niedrig blieben. Die Energie-Informations-Agentur EIA meldete in der vergangenen Woche, eine Abnahme der Rohölvorräte in der Woche bis zum 11. April um 4,7 Mio. Barrel. Die Einfuhren gingen um 2,1% im Vergleich zur Vorwoche zurück.

Bewegungen am Rohölmarkt werden heute voraussichtlich von einem neuen USD-Abstoß gestützt. Händler erwarten die aktuellen Lagerergebnisse vom Amerikanischen Institut für Mineralöle und der US-Behörde Energy Information Administration (EIA). Für Rohstoff-Anleger außerdem von großem Interesse, ist der für Donnerstag und Freitag angesetzte G20-Gipfel im amerikanischen Pittsburgh.

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