Trading Marktanalyse für den heutigen Tag

Heute erwartet die Marktteilnehmer eine geringe Marktvolatilität bei nur wenigen Datenveröffentlichungen aus Japan, Europa und den USA. Im späteren Tagesverlauf könnten die für den Nachmittag angesetzten Fundamentaldaten jedoch bedeutende Marktbewegungen auslösen.

USD-Schwankungen durch Marktunsicherheit

Für den US-Dollar ergab sich am Montag ein spannender Handelstag. Ein Anstieg von Risikoaversion unter den Händlern brachte der US-Währung im frühen Morgenhandel Aufschwung, der von einem Rückgang bis auf die zuvor erreichte Notierung am Freitag gefolgt wurde. Zum EUR kletterte der Dollar zunächst bis auf 1,4610 und rutschte anschließend zu Handelsschluss auf 1,4717 ab.
Zum Britischen Pfund legte der USD um 90 Punkte zu und erreichte die Marke von 1,6134, bevor das Paar zum Ende des Tages schlussendlich bei 1,6250 notierte.

Quelle: Finanzen.net
Quelle: Finanzen.net

Im Vorfeld des nächsten Treffens des Fed-Offenmarktausschusses wächst das Bewusstsein der Investoren für mögliche Verzögerungen hinsichtlich einer erwarteten Zinsratenanhebung, die sich durch die jüngst instabilen globalen Märkte ergeben könnten. Sowohl Englands Zentralbank als auch die EZB haben erst kürzlich die Absicht einer solchen diskutiert.

Nach wie vor steht jedoch die Frage im Raum, ob sich die globale Wirtschaft tatsächlich soweit erholt hat, wie viele erhofften. Diese Unsicherheit veranlasst zahlreiche Investoren, sich zumindest kurzzeitig wiederholt auf Safe-Haven-Währungen zu konzentrieren, bis sich die Zeichen klären.

Was die nord-westliche Hemisphäre angeht, werden aus den USA heute keine Indikatoren ausgegeben, die diesbezüglich Klarheit verschaffen könnten. Kanada wiederum veröffentlicht heute entscheidende Daten aus dem Einzelhandel. Genau diese Zahlen hatten erst in der vergangenen Woche das Währungspaar USD und EUR in Bewegung gebracht.
Ein Anstieg der kanadischen Umsätze könnte den Loonie wieder in eine zinsbullische Stellung bringen. Die Prognosen fallen jedoch bestenfalls mäßig aus. Der Bericht des US-Offenmarktausschusses, inklusive Leitzinsbeschluss, scheint der primäre Einflussfaktor auf den US-Dollar in dieser Woche zu sein.

EUR profitiert von USD- und GBP-Abneigung

Der EUR setzte seinen Aufwärtstrend gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen, ausgenommen dem USD, gestern fort. Insbesondere gegenüber dem GBP konnten deutliche Kursgewinne beobachtet werden. Mit einem Kurs bei 0,9076 zum Britischen Pfund sowie 135,48 zum japanischen Yen, scheint der EUR wahrhaftig einer der vorrangigen Nutznießer des Zusammenspiels zwischen Marktwachstum und anhaltender Unsicherheit zu sein.

Händler wirken bereit für einen Wechsel zu risikoreicheren Anlagen und sehnen sich nach den aufregenden Handelstagen des Wirtschaftswachstums vor 2008. Diese Umorientierung erfolgt jedoch angesichts der aktuellen Konjunktursorgen nur zögerlich. Der regionale Einzelhandelsumsatz in Europa und den USA treibt den Verbraucheroptimismus zwar an, gleicht dennoch lediglich Verluste in anderen Bereich wie Bauwesen und Verbrauchervertrauen aus.
Das Pfund Sterling befindet sich gegenwärtig nach Angabe von Englands Notenbankchef Mervyn King unter massivem Verkaufsdruck. Dementsprechend profitiert der EUR, wie bereits erwähnt, derzeit am deutlichsten von momentaner Marktstärke und Risikobereitschaft.

Angesichts der wenigen Konjunkturdaten, die heute auf der Wirtschaftsagenda stehen, könnte die Unsicherheit rund um den US-Leitzinsentscheid am Mittwoch dem EUR einen Vorteil verschaffen. Sollten auch die USA, ähnlich wie zuvor Großbritannien und Europa, den Aufschub einer Zinsanhebung melden, könnten insbesondere EUR-Anleger ihren Nutzen aus einer weiterführenden Risikobereitschaft sowie USD-Abneigung ziehen.

Japans Feiertag setzt Yen unter zusätzlichen Abgabedruck

Der japanische Yen scheint seine bärische Position gegenüber den Hauptgegenwährungen mittlerweile wieder einzunehmen. Bis zum gestrigen Handelsschluss verlor Japans Währung auf breiter Front an Boden. Dabei erreichte der JPY zum GBP die Marke von 149,60, zum EUR sogar 135,50. Die Währung des Inselstaats scheint besonders in den letzten Börsengängen wiederholt Einbußen hinnehmen zu müssen.

Viele Analysten weisen jedoch darauf hin, dass der japanische Nationalfeiertag zum Herbstanfang um die Tage der Tagundnachtgleiche, an denen die Märkte in Japan geschlossen bleiben, einen bedeutenden Teil zum jüngsten Abwärtstrend beitragen.
Der nur wenig gehandelte JPY scheint momentan schwach, bis die japanischen Märkte am Mittwoch früh wieder öffnen. Weitere Nachrichten aus Asien dokumentieren augenblicklich einen beträchtlichen Kursanstieg der beiden südpazifischen Währungen Australischer sowie Neuseeland-Dollar. Da beide Währungen im internationalen Vergleich weniger stark von der globalen Wirtschaftskrise betroffen sind, entwickeln sie sich gegenwärtig zu attraktiven Investitionen für risikofreudige Anleger.

Händler sollten die Aufwärtstendenzen der Pazifikwährungen gut im Auge behalten und ihre Positionen entsprechend eröffnen.

Rohöl fällt auf $70 – Preise stiegen laut Investoren zu schnell

Die Hoffnung der Investoren auf einen Anstieg der Ölpreise verlief sich gestern wieder im Sand. Experten schilderten, dass die Rohölpreise angesichts des Marktoptimismus der vergangenen Woche zu rasch angestiegen seien. Dementsprechend überbewertet sei der Rohstoff, dessen jüngster Aufwärtstrend nun zum Stillstand gekommen ist. Nach dem anhaltenden jedoch volatilen Kursanstieg in der letzten Woche, begann der Rohölhandel dieser Woche mit Verlusten von nahezu $3 pro Barrel. Rohöl notierte gestern zu Handelsschluss bei knapp über $70 pro Barrel.

Weiteren Abwärtsdruck brachten die zinsbullischen USD-Tendenzen im gestrigen Morgenhandel, die sich allerdings im weitern Handelsverlauf wieder legten. Während sich langsam Marktoptimismus einzustellen scheint, bleibt die Sorge um die Energienachfrage bestehen.

Rohöl stand zwar bereits kurz davor, wieder als eine der Hauptinvestitionen und Absicherung gegen Inflation auf dem Markt in Erscheinung zu treten, dennoch erreicht der Rohstoff nicht die gleiche Unterstützung wie Gold oder Silber.
Die könnte bedeuten, dass die Nachfrage nach Rohöl nach wie vor zu gering ist und Edelmetalle stellvertretend als Sicherheitsanlage gehandelt werden. Demnach wird sich der Ölpreis voraussichtlich auch weiterhin um das aktuelle Kursniveau bewegen, solange die Marktunsicherheiten andauern.

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