US Dollar auf dem Aufschwung?

Wie es scheint, helfen die seitens der neuen Regierung Präsident Barack Obamas unternommenen Schritte das Vertrauen in die US-Wirtschaft unter Investoren wieder herzustellen. Beamte des Finanzministeriums sagten am Samstag, dass sich der US-Dollar, dank massiver steuerlicher Anreize, schneller als erwartet von der Rezession erholen werde.

US-Dollar im Aufwind nach Genehmigung des Konjunkturplans

Der US-Dollar eröffnet diese Handelswoche mit einem dramatischen Sprung in die richtige Richtung. Der Kurs des Dollar wurde letzte Woche begünstigt durch die Verabschiedung des Konjunkturplans, welcher am kommenden Dienstag von Präsident Obama unterzeichnet wird. So legte der Dollarkurs im Vergleich zu allen Haupt-Währungen, ausgenommen dem JPY, kräftig zu.
Nachdem er die letzte Woche verglichen zum EUR bei 1,2870 und zum britischen Pfund bei 1,4358 schloss, eröffnete er den heutigen Handel bei 1,2783, respektive bei 1,4251.
Die Verabschiedung des $787 Mrd. schweren Konjunkturpakets durch US-Senat und Repräsentantenhaus war ein gewaltiger Erfolg für die noch junge Regierung Barack Obamas.
Der Markt reagierte mit Freudensprüngen über den Optimismus der sich durch diese Gesetzgebung in der amerikanischen Wirtschaft breit macht. Obwohl keine klaren Anzeichen dafür vorliegen, dass sich der Markt umgehend zu erholen beginnen wird, besteht nichtsdestotrotz ein hoher Grad an Zutrauen, dass dieses jedoch in nicht allzu weiter Ferne geschehen wird.

Derzeit ist der Markt ganz auf die Unterzeichnung des Konjunkturgesetzes am kommenden Dienstag fokussiert. Dem folgt eine Diskussion über einen weiteren Banken-Rettungsplan, der im Laufe der Woche von diversen FOMC-Mitgliedern kommentiert werden wird. Das FOMC (Federal Openmarket Committee), zu deutsch Offenmarktausschuss, ist der Rat der US-Notenbank. Die wichtigsten Wirtschaftsdaten, die in dieser Woche neben verschiedenen Konjunktur- und Rettungsplänen genau beobachtet werden sollten, sind die Wohnungsmarktdaten dieses Monats. Am Mittwoch wird die US-Regierung Daten zu erteilten Baugenehmigungen und Hausbaustarts im Januar veröffentlichen. Sehr wahrscheinlich werden wir hier eine Fortsetzung des seit letztem Jahr andauernden Abwärtstrends sehen.
Jedoch dürften, auf der Woge der allgemeinen Konjunkturplan-Euphorie, diese negativen Zahlen keinen so großen Einfluss haben wie sonst üblich.

Europäisches BIP geschwächt – EZB bleibt beim Leitzins konservativ

Da sich das europäische Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter abschwächt, beginnt auch die Währung der Eurozone im Vergleich zu den meisten Haupt-Währungen abzurutschen. Nachdem er Ende vergangener Woche verglichen zum USD bis auf 1,2720 gefallen war erholte sich der EUR wieder leicht und schloss die Handelswoche am Freitag bei 1,2870.
Bei Markteröffnung diese Woche stand der EUR jedoch schon wieder bei 1,2780 zum USD, was auf einen Rückfall in die allgemeine Schwäche der Wirtschaft der Eurozone schließen lässt.

Die am Freitag veröffentlichten Daten zeigen einen Rückgang des europäischen Bruttoinlandsprodukts um etwa 1,5%. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ am Samstag verlauten, dass sie hinsichtlich des Leitzinssatzes konservativ zu verfahren gedenke, da sie sich einen Spielraum für Flexibilität bewahren wolle, wenn es zu einem taktischen Vorgehen hinsichtlich der Währungspolitik kommen sollte.

Der Ärger beginnt in dem Moment, da Analysten vorhersagen, dass ohne eine aggressive Leitzinssenkung sich die Eurozone zunehmend in eine Abwärtsspirale negativer Wirtschaftsdaten bewegen könne, die den Kurs des EUR weiterhin schwächen.
Für diese Woche werden aus der Eurozone relativ wenige Wirtschaftsindikatoren erwartet, wenn man einmal vom Dienstag und Freitag absieht, an denen mit Veröffentlichungen verschiedener Berichte zu Herstellungs- und Dienstleistungssektoren zu rechnen ist. Die ZEW Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich seit Juli vergangenen Jahres schrittchenweise einem positiven Wert genähert.
Obwohl nach wie vor von einem Negativ-Wert ausgegangen wird, dürfte der Bericht dennoch zeigen, dass das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft in jüngster Zeit zugenommen hat, was eine leichte Aufwärtskorrektur des EUR zu Beginn der Woche auslösen könnte.

JPY größtenteils unberührt von stärkstem BIP-Rückgang seit 1974

Der Yen verzeichnete nur sehr moderate Zunahmen im Vergleich zu seinen Währungs-Rivalen, da seitens der Finanzchefs auf dem G-7 Gipfel am Wochenende kaum etwas zu erfahren war, was nicht schon vorher bekannt war.
Da die jüngste Stärke des JPY so gut wie gar nicht kommentiert wurde, hielten sie viele für eine ganz normale Ereignisfolge, die sogar von der Bank of Japan (BoJ) trotz des kränkelnden BIP erwartet wurde. Der Yen schloss die vergangene Handelswoche im Vergleich zum USD nahe dem Wert von 91,90 – gewann jedoch leicht an Stärke und startete diese Woche bei 91,50.

Was jedoch der Erholung der japanischen Wirtschaft Einhalt gebot war die Bekanntgabe des japanischen Bruttoinlandsprodukts, das einen Rückgang um 3,3% verzeichnete und somit den größten Einbruch seit 1974 erlitt. Da für diese Woche mit der Veröffentlichung einiger wichtiger Wirtschaftsindikatoren, sowie einer weiteren Runde Leitzinssatz-Diskussionen gerechnet wird, dürfte der JPY eine weitaus höhere als normale Volatilität erfahren, insbesondere wenn man bedenkt, dass für die meisten Indikatoren negative Werte vorhergesagt werden. Händler sollten sich in den kommenden Tagen auf eine weitere Schwächung des Yen einstellen.

Rohöl handelt unter $38 aufgrund nachlassender weltweiter Nachfrage

Der Preis für Rohöl durchbrach am vergangenen Freitag einige wichtige Grenzwerte. Nachdem der Handel bei etwas über $36 pro Barrel begonnen hatte durchbrach der Preis dann den $35 und $34 Grenzwert, bevor er zum Handelsschluss wieder um $3 anstieg. Diese Woche scheint sich der Preis jedoch schon wieder abwärts zu bewegen, da bei Handelsbeginn der Rohölpreis bereits um $0,40 gefallen ist und sich dem $37 pro Barrel Wert nähert.

Die Stärkung des Dollar-Kurses aufgrund der Verabschiedung von Obamas Konjunkturpaket trug zum Preisverfall dieses Rohstoffs zum Ende letzter Woche bei. Mit der Unterzeichnung und Inkraftsetzung des Konjunkturgesetzes wird der USD in den kommenden Tagen noch an Stärke zulegen, was den Rohölpreis weiter unter Druck setzen dürfte. Händler sollten sich darauf gefasst machen, dass der Ölpreis bis zum Wochenende sogar bis auf $30 pro Barrel abstürzen könnte.…

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