Marktausblick für den US Dollar

EUR/USD-Volatilität hat weiterhin Bestand am Devisenmark

Mit Beginn der ersten Oktoberwoche beobachteten Händler bereits in den ersten Tagen eine Reihe volatiler Kursschwankungen der beiden Hauptwährungen EUR und USD. Der Marktoptimismus in den USA schien sich zu verstärken, während Europa Anzeichen einer schleppenden Konjunkturerholung ausgab.
Der USD konnte in der vergangenen Woche zuvor verzeichnete Kursverluste wieder ausgleichen. Jedoch erschwerten enttäuschende Arbeitsmarktzahlen den neuen Aufwärtstrend. Dies brachte dem EUR wiederum Aufschwung. Dementsprechend beeinflusst zeigten sich die übrigen Währungen am Devisenmarkt, da EUR und USD oftmals die Weltmarktpreise beeinflussen.

Es bleibt die Frage: Werden die Konjunkturdaten dieser Woche die Märkte beruhigen oder weiteres Öl ins Feuer gießen?

Negative Arbeitsmarktdaten setzen zinsbullische Woche herab

In der vergangenen Woche ergab sich für den US-Dollar ein überwiegend volatiler Handel gegenüber weiteren Hauptwährungen. Der Dollar begann die Handelswoche bei Aufwärtstendenzen gegenüber Euro und Pfund, schloss jedoch zum Wochenende wieder bei ähnlichen Kurswerten wie zu Wochenanfang.

Der starke USD-Aufwärtstrend zum Beginn der Woche ließ sich auf das positive Ergebnis der Zahlen zum Verbrauchervertrauen am Dienstag zurückführen. Der Bericht zeigte, dass sich gegenwärtig unter den US-Verbrauchern eine positive Stimmung in Bezug auf die Wirtschaftsbedingungen, darunter Arbeitsverfügbarkeit, Unternehmenskonditionen sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage, eingestellt hat.

Obwohl die Studie das erwartete Ergebnis von 57,0 Punkten nicht erreichte, trieb das Resultat über der 50,0-Marke den US-Dollar an. Darüber hinaus stieg der Index der „Hausverkäufe aus Bestand“ zum 7. Monat in Folge und verdeutlichte, dass sich der Wohnungssektor in den USA zu erholen scheint. Auf lange Sicht kann eine Abfolge positiver Immobilienwerte den US-Dollar weiter stützen.

Viele Marktteilnehmer sehen diesen Bereich als den bedeutendsten Parameter zur Bestimmung der Wirtschaftslage an.

Enttäuschende Arbeitsmarktdaten legten die USD-Aufwärtstendenzen jedoch im weiteren Wochenverlauf lahm und lösten eine Trendwende aus. Der ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung verdeutlichte, dass 263.000 Personen ihren Arbeitsplatz im Monat September verloren haben und lag damit weit über den Prognosen. Einige Investoren zweifelten an der Erholung der Wirtschaft und kehrten dem US-Dollar den Rücken.

In dieser Woche stehen einige wichtige Indikatoren auf der US-Wirtschaftsagenda. Darunter: PMI Einkaufsmanager-Index, wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und US-Handelsbilanz. Diese Indizes werden voraussichtlich den deutlichsten Einfluss auf die Märkte in dieser Woche nehmen. USD-Anleger sollten insbesondere die Arbeitsmarktdaten gut im Auge behalten. Diese wurden in der vergangenen Woche zum vorrangigen Thema am Markt.

EUR vor dem Wochenende auf Erholungskurs

Die letzte Woche war für den EUR eher volatil. Zum Wochenstart ergaben sich für die Gemeinschaftswährung zunächst bärische Trends gegenüber einem Großteil der Gegenwährungen, einschließlich US-Dollar und Yen. Bis zum Ende der Woche ließ sich jedoch eine Trendwende des Euro erkennen, der wieder an Boden gutmachte.

Die Abwärtstendenzen des EUR beruhten größtenteils auf negative Konjunkturdaten aus der Eurozone. Deutschlands Verbraucherpreisindex ging stärker zurück als von Experten erwartet. Der Bericht wies ein Resultat von -0,4% aus. Die Prognosen beliefen sich auf einen Rückgang von lediglich -0,2%.

Des Weiteren fielen die Einzelhandelsumsätze im August um 1,5% verglichen zum Vormonat Juli. Der Index misst den Gesamtwert der inflationsbereinigten Umsätze auf der Einzelhandelsstufe. Die enttäuschenden Zahlen der beiden deutschen Indikatoren, riefen Mutmaßungen hervor, nach denen die Erholung der Konjunkturlage in Deutschland mehr Zeit erfordern könnte, als zunächst erwartet. Dementsprechend investierten die Marktteilnehmer wieder verstärkt in „sichere“ USD-Anlagen. Kurz vor dem Ende der Handelswoche, konnte der Euro seine Kursverluste jedoch wieder ausgleichen. Diese Aufwärtstendenzen waren das Ergebnis negativer Arbeitsmarktdaten aus den USA.

In der anstehenden Woche erwarten die Marktteilnehmer höchst interessante Wirtschaftsindikatoren aus der Eurozone. Von größter Bedeutung wird dabei die Bekanntgabe der Zinsrate am Donnerstag sein. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) überraschen und ihren Leitzins anheben, könnte sich ein deutlicher EUR-Aufwärtstrend ergeben. Anleger sollten ihr Augenmerk unbedingt auf diese Meldung richten.

Gemischte Ergebnisse für JPY gegenüber Hauptwährungen

Wie auch für die übrigen Hauptwährungen, wurden in der vergangenen Woche für den JPY ebenfalls gemischte Ergebnisse deutlich. Im gesamten Wochenverlauf ergaben sich wechselnde Trends. Am Freitag kehrte Japans Währung auf ihr vorheriges Preisniveau zurück.

Allem Anschein nach resultierte die Yen-Volatilität aus unterschiedlichen japanischen Konjunkturzahlen. Eine Reihe positiver aber auch negativer Daten führten zu einer wechselhaften Handelswoche. Auf der einen Seite verdeutlichten die über den Erwartungen liegenden Zahlen des japanischen Einzelhandels sowie der ausgesprochen positiv ausgefallene Einkaufsmanager-Index des Dienstleistungsgewerbes, dass sich Japans Wirtschaft besser entwickelte, als von vielen Analysten behauptet.

Andererseits stellten die negativen Zahlen des verarbeitenden Gewerbes sowie ein enttäuschender Verbraucherpreisindex die Stabilität der japanischen Konjunktur in Frage. Die extremen Unterschiede der Veröffentlichungen schienen die Händler zu irritieren. Ein volatiler Handel war nahezu unumgänglich.

Wichtigster Index aus Japan in dieser Woche ist die Kernrate der Auftragseingänge „Machinery Orders“ am Donnerstag. Dieser Bericht misst den neu eingegangenen Auftragseingang von Werkzeugmaschinenherstellern, ausgenommen Waren volatiler Verkaufszyklen. Sollte das Ergebnis die Prognose von +2,2% Wachstum erreichen, wird auch der Yen voraussichtlich wieder einen Kursanstieg verzeichnen.

Rohöl bleibt unter $70 pro Barrel

Rohöl verbuchte einen deutlichen Aufwärtstrend in der vergangen Handelswoche. Das Barrel Rohöl wurde zunächst bei über $72 gehandelt. Dieser zinsbullische Trend kam jedoch in den letzten Tagen bereits wieder zum Stillstand. Aktuell steht der Rohstoff-Kurs nun unter der Marke von $70.

Die Entwicklung lässt sich überwiegend auf die Sorge um das Erholungstempo der US-Wirtschaft zurückführen. Dies ergibt sich wiederum aus den negativen US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche. Da die USA die größte Energie verbrauchende Nation weltweit ist, kann jede Verschlechterung der Wirtschaftslage einen Rückgang der Energienachfrage bedeuten. Weitere Ursache für den Abwärtstrend waren steigende Fördermengen in Russland.

Russlands Produktion erhöhte sich im September um 1,7%. Wieder einmal verhinderte die Kombination aus rückläufiger Nachfrage und steigendem Angebot die Ölpreise, bis über die $70-Marke pro Barrel zu steigen.
Für die anstehende Woche gehen Analysten von einer Fortsetzunge des volatilen Rohöltrends aus. Händler sollten die Fundamentaldaten aus den USA und der Eurozone aufmerksam verfolgen, da diese großen Einfluss auf den Ölkurs nehmen. Darüber hinaus wäre es ratsam, den für Mittwoch erwarteten Bericht der US-Rohöllagerbestände nicht aus den Augen zu verlieren. Die wöchentlichen Zahlen führten bereits in der Vergangenheit zu plötzlichen Kursänderungen des Schwarzen Golds.

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